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Institut für Erziehungswissenschaft

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Allgemeine und Historische Pädagogik » Portrait


Was ist Allgemeine und Historische Pädagogik?

Die Allgemeine und Historische Pädagogik untersucht Intentionen, Ziel- und Wirkungsannahmen, wie sie die Erziehungsvorgänge begleiten. Sie untersucht sowohl theoretische Grossanlagen, die komplexe Verknüpfungen vornehmen, als auch Erziehungskonzepte in politischen oder öffentlichen, privaten oder professionellen Diskursen, die meist aus einfacheren Konstruktionen von Absichten und Wirkungsannahmen bestehen.

Dabei wird untersucht

  • wie diese intentional-pädagogischen Konstrukte aufgebaut sind oder wie sie verbessert werden können, und an welche andern gesellschaftlichen Vorstellungswelten oder Theorien, Kontexte, sie anschliessen oder anschliessen sollen oder können,
  • wie dabei lange historische Kontinuitäten entstehen und sich institutionell verfestigen, wo und wie Brüche sich vollziehen und welche Kontexte dabei aktiv bleiben und welche stillgelegt werden.

Wie Erziehung auch verstanden wird, handelt es sich dabei immer um intentionale gesellschaftliche Handlungsabläufe. Intentionen, Absichten, Ziel- und Wirkungsvorstellungen begleiten Erziehungsvorgänge notwendigerweise, sie legitimieren sie, sie steuern sie, sie verknüpfen sie mit andern Vorstellungen und Tätigkeitsfeldern oder grenzen sie davon ab. 

Pädagogische Konzepte sind das Ergebnis von in unterschiedlichen Feldern verlaufenden kulturellen und moralischen Auseinandersetzungen. Wissenschaftliche Pädagogik ist dabei nur ein Kontext unter vielen - medizinische, politische, ökonomische oder auch religiöse Kontexte werden gleichsam wirksam und können auch zu ganz gegensätzlichen Konzepten und widerstreitenden Absichten führen. 

Unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen entwickeln auch unterschiedliche pädagogische Konzepte und mobilisieren dazu unterschiedliche Kontexte, die sie begründen oder legitimieren.

Dementsprechend wird untersucht, wie pädagogische Konzepte aufgebaut sind, und aus welchem Kontext heraus sie bestückt werden und welche Konfrontationen sie erzeugen.

Intentionen, Absichten, Ziel und Wirkungsvorstellungen bestimmen dabei nicht nur Erziehungsvorgänge zwischen zwei Personen, sondern sie werden in Institutionen eingelagert und über mehrere Generationen verstetigt. So wirkt Schule nicht einfach entsprechend der Absicht der gegenwärtigen Schulführung, sondern die Institution entspricht Wirkungs- und Zielannahmen der Akteure mehrerer vorangehender Generationen, transportiert diese und passt sie nur langsam zeitgemässen Absichten und Vorstellungen an. Pädagogische Ziel- und Wirkungsannahmen sind meist bestimmt von lange andauernden kulturellen Traditionen. Dementsprechend wird in der Allgemeinen und Historischen Pädagogik untersucht, wie die Konzepte und die Institutionen sich historisch verändern und welche Kontinuitäten sie erzeugen.

Prof. Dr. Fritz Osterwalder

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