Institut für Erziehungswissenschaft

Weiterbildung

CAS Migration und Bildung (CAS MiBi)

Migration und Bildung sind zentrale Themenbereiche in unserer Gesellschaft. Für viele Berufsfelder sind daher Kenntnisse zur weltweiten Migration, zu Transnationalisierungsprozessen sowie Wissen um die soziale Konstruiertheit von kulturellen Differenzlinien in Gesellschaft und im Bildungswesen wichtig. Kompetenzen in der Kommunikation, Zusammenarbeit und Mediation in transnationalisierten sozialen Feldern werden zunehmend wichtiger. Migration und Bildung sind dabei sowohl unter biographischen und psychologischen, als auch juristischen und ethischen Perspektiven zu betrachten.

Der CAS MiBi bietet die Möglichkeit, ein vertieftes Wissen zu Migration und Bildung zu entwickeln. Er richtet sich an alle Personen, die sich mit diesen Themenbereichen spezifisch auseinandersetzten möchten, etwa um ihre professionellen Kompetenzen zu verbessern. Die Inhalte werden wissenschaftlich fundiert und zugleich praxisnah vermittelt und eignen sich für alle Berufsfelder, in denen es um Beratung und Begleitung, Berufsintegration und Bildung von Menschen mit Migrationshintergrund geht. Thematisiert wird der Umgang mit Heterogenität, der erforderlich ist, um individuelle Lern- und Entwicklungsprozesse auszulösen, zu gestalten und zu begleiten. Die im CAS MiBi erworbenen Kompetenzen unterstützen erfolgreiches Arbeiten im zunehmend durch Diversität geprägten Umfeld.

Zielpublikum

Der Studiengang richtet sich an Personen, die im Bildungswesen und in verwandten Bereichen tätig und in Theorie und Praxis mit Aufgaben der interkulturellen Bildung und Erziehung betraut sind bzw. sich damit beschäftigen wollen.

Informationsveranstaltung

Eine Informationsveranstaltung zum CAS MiBi findet am Freitag, 11.September statt. Weitere Informationen dazu werden folgen.

Beratung

Haben Sie Fragen zum CAS Migration und Bildung? Auskunft erteilt die Studiengangsleiterin Carmen Gähwiler + 41 31 631 31 84 oder unter E-Mail carmen.gaehwiler@edu.unibe.ch

Basisinformationen
Abschluss: Certificate of Advanced Studies Migration und Bildung, Universität Bern (CAS MiBi UniBE)
Struktur: Berufsbegleitender Studiengang, Einzelmodulbuchung möglich
Umfang:
18 ECTS
Dauer: 1 Jahr
Daten: Januar 2021 - Januar 2022
Ort: Bern
Unterrichtssprache: Deutsch
Zulassung:
Herbstsemester
Kosten: CHF 7'500.--
Anmeldung: Ganzer Studiengang 30.November 2020 / Einzelmodule des aktuellen Studiengangs: laufend
Trägerschaft: Abteilung Schul- und Unterrichtsforschung, Institut für Erziehungswissenschaft, Universität Bern
Studienreglement CAS Migration und Bildung 2018 (PDF, 103KB) Studienplan CAS Migration und Bildung (PDF, 65KB)

Anmeldung

Anmeldung_CAS_MiBi_2020_21.pdf (PDF, 77KB) Anmeldung_Einzelmodule_MiBi_2020-21.pdf (PDF, 76KB)

Dokumente

Broschüre CAS Migration und Bildung (PDF, 483KB) Flyer CAS Migration und Bildung (PDF, 136KB)

Modul 1

Ethik, Menschen- und Völkerrecht in Migrations- und Bildungskontexten

Umfang: 3 Tage (3 ECTS-Punkte)

Dozierende: Marion Panizzon (World Trade Institute), Johan Rochel (Universität Zürich), Jyothi Kanics (Child Circle), Philip Hanke (Weblwa AG und ZHAW), Barbara von Rütte (Max-Planck Institut zur Erforschung multireligiöser multiethischer Gesellschaften, Göttingen)

Migration bedeutet immer, Grenzen zu überschreiten. Migrationsbewegungen haben neben biographischen und psychologischen Aspekten auch immer eine juristische und ethische Seite. Im Modul 1 wird Migration vor dem Hintergrund der Souveränität der Staaten über Einreise und Aufenthalt zu entscheiden und deren völker- und menschenrechtliche Schranken, behandelt. Was für Folgen haben das Recht auf Bildung oder das Rückschiebungsverbot auf die ausländerrechtliche Landesverweisung, die fehlende Anerkennung von Diplomen, die Meldepflicht oder der kantonale Unterrichtsdispens? Der Migrations- und Integrationsethische Ansatz diskutiert, was (k)einen Zugang zu Bildung zu haben für die Chancengleichheit und die Begleitung und Beratung von Menschen mit Migrationshintergrund bedeutet.

CAS Migration und Bildung, Universität Bern

Modul 2

Kommunikation, Religion/Spiritualität und Identität im Kontext von Migration und Bildung

Umfang: 3 Tage (3 ECTS-Punkte)

Dozierende: Karma Lobsang (Mediatorin SDM), Stefan Huber (Universität Bern)

Migration führt dazu, dass sich Menschen in neuen sozialen Kontexten bewegen lernen müssen, und bedeutet zugleich, dass die sozialen Kontexte Entwicklungsimpulse erhalten. Dies stellt Anforderungen an die Kommunikationspraktiken, an religiöse Überzeugungen, spirituelle Praktiken und die Identitätsbildung sowohl von Menschen, die eine Migrationsgeschichte als auch von Menschen der sog. «Aufnahmegesellschaft». Der Fokus des Moduls 2 liegt auf der interpersonalen und interreligiösen Kommunikation sowie auf dem Umgang mit Konflikten.

Modul 3

Migration und Schul- bzw. Bildungsverläufe

Umfang: 3 Tage (3 ECTS-Punkte)

Dozierende: Andreas Hadjar (Universität Luxemburg), Wiltrud Weidinger Meister (Pädagogische Hochschule Zürich)

Mit der Migration ist eine Integration in ein neues Bildungs- und Beschäftigungssystem verbunden. Die Integration stellt die Migrantinnen und Migranten vor besondere Herausforderungen, da sich die Bildungssysteme von Ländern zum Teil gravierend unterscheiden. Dies zeigt sich auch für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund, die selbst bereits im «Aufnahmeland» geboren sind. Im Modul 3 geht es um die Frage, was in Bezug auf Bildungsbiographien von Menschen mit Migrationshintergrund besonders zu beachten ist und was dies für die Schule sowie für die Begleitung und Beratung von Migrantinnen und Migranten bedeutet.

Das Modul betrachtet diese Aspekte aus bildungssoziologischer, bildungspolitischer und bildungspraktischer Perspektive.

Modul 4

Umgang mit Mehrsprachigkeit und Deutsch als Zweitsprache

Umfang: 3 Tage (3 ECTS-Punkte)

Dozierende: Malgorzata Barras (Universität Fribourg), Katrin Gut (Pädagogische Hochschule Bern)

Für viele Migrantinnen und Migranten ist der Wechsel in ein anderes Land mit dem Erwerb einer neuen Sprache verbunden. Für den Bildungsverlauf kann dies eine Chance darstellen, aber auch mit Schwierigkeiten verbunden sein. Der Schwerpunkt im Modul 5 liegt auf der Frage, wie Migrantinnen und Migranten eine neue (Bildungs- bzw. Schul-) Sprache erwerben und wie sie dabei begleitet und unterstützt werden können.

Modul 5

Migration im Zusammenhang mit Familie und Bildungsinstitutionen

Umfang: 3 Tage (3 ECTS-Punkte)

Dozierende: Beate Schwarz (Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften), Andrea Lanfranchi (Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik), Radmila Blickenstorfer (Pädagogische Hochschule Zürich)

Migration ist oft ein sozialer Prozess, der die ganze Familie betrifft. Strategien zum Umgang mit der Migrationssituation unterscheiden sich zwischen den Generationen, was sich häufig auch auf die intergenerationalen Beziehungen auswirkt. Für die einzelnen Familienmitglieder stellen sich ausserdem zum Teil ganz unterschiedliche Herausforderungen, wenn es darum geht, das Bildungssystem und das Schulsystem kennen- und verstehen zu lernen und den individuellen Bildungsprozess mitzugestalten. Modul 5 beschäftigt sich vor dem Hintergrund der familiären Migrationssituation mit den Chancen und Schwierigkeiten des Bildungssystems und den Anforderungen an eine professionelle Begleitung und Beratung.

Modul 6

Zertifizierungsarbeit

Umfang: 1 Tag (3 ECTS-Punkte)

Im Rahmen der Zertifizierungsarbeit setzen sich die Teilnehmer/innen mit einem Thema ihrer Wahl vertieft auseinander. Es geht darum, die wissenschaftlichen Grundlagen zum ausgewählten Themenbereich differenziert zu erarbeiten und mit der Praxis bei der Begleitung und Beratung von Menschen mit Migrationshintergrund in Verbindung zu setzen. Die Zertifizierungsarbeit kann auf das aktuelle oder künftige Tätigkeitsfeld der Teilnehmer/innen bezogen sein. Betreuer/innen sind in der Regel die Dozierenden der jeweiligen Module zum Schwerpunktthema.

Zielgruppe

Der Studiengang richtet sich an Personen, die im Bildungswesen und in verwandten Bereichen tätig und in Theorie und Praxis mit Aufgaben der interkulturellen Bildung und Erziehung betraut sind bzw. sich damit beschäftigen wollen.

Zulassungsvoraussetzungen

Voraussetzung für die Zulassung zum Studiengang sind ein Hochschulabschluss oder eine vergleichbare fachliche Ausbildung, die für eine Tätigkeit im Bildungswesen oder in verwandten Bereichen qualifiziert, sowie Berufspraxis im Bildungswesen oder in verwandten Bereichen. Aufnahmen „sur dossier“ sind möglich. Bei Personen ohne Hochschulabschluss oder Berufspraxis kann die Programmleitung weitere Auflagen für die Zulassung machen, damit sichergestellt ist, dass diese den Studiengang erfolgreich absolvieren können. Um beste Lernvoraussetzungen zu schaffen, ist die Anzahl Studierender auf 20 Personen begrenzt.

Unterrichtssprache

Der Studiengang wird auf Deutsch durchgeführt.

Weitere Informationen

Bei Fragen gibt Ihnen die Studiengangsleiterin Carmen Gähwiler gerne Auskunft.

Anmeldung

Die Module des Studiengangs starten im Januar 2021. Die Anmeldefrist läuft bis am 30. November 2020. Füllen Sie das Anmeldeformular aus und senden Sie es an die Studiengangsleiterin: Carmen Gähwiler, carmen.gaehwiler@edu.unibe.ch.

Die verschiedenen Module können auch einzeln besucht werden, sofern noch freie Plätze vorhanden sind. Weitere Informationen dazu bei der Studiengangsleitung.

Kosten

Der Studiengang kostet insgesamt CHF 7'500.--, die Abrechnung für den Besuch von Einzelmodulen geht über die Studienleitung. Der Preis schliesst die Kursunterlagen und Pausenverpflegung ein. Transportkosten, Hauptmahlzeiten sowie Übernachtungen gehen zu Lasten der Teilnehmenden.

Modul 1

20.Januar - 22.Januar 2021

Modul 2

29.März - 31.März 2021

Modul 3

10.Mai - 12.Mai 2021

Modul 4

24.Juni - 26.Juni 2021

Modul 5

1.September - 3.September 2021

Modul 6

November 2021

Trägerschaft

Trägerin des Studiengangs «CAS Migration und Bildung» ist die Abteilung Schul- und Unterrichtsforschung des Instituts für Erziehungswissenschaft der Universität Bern, die das Studienreglement erlassen und den Studiengang genehmigt hat. Sie hat als strategisches Organ eine Programmleitung eingesetzt.

Programmleitung

Die Programmleitung des «CAS Migration und Bildung» ernennt die operative Leitung des Studiengangs (Studienleitung) und genehmigt das Studienprogramm. Sie entscheidet über die Zulassung von Studierenden und Dozierenden, über die Prüfungsmodalitäten sowie die Verleihung des Abschlusses. Zugleich ist sie verantwortlich für die Qualitätssicherung und Weiterentwicklung des Studiengangs.

Prof. Dr. Tina Hascher (Vorsitz), Institut für Erziehungswissenschaft, Universität Bern

Dr. Karma Lobsang, Institut für Weiterbildung und Medienbildung, PH Bern

Dr. Boris Mayer, Institut für Psychologie, Universität Bern

PD Dr. Marion Panizzon, Institut für öffentliches Recht, Universität Bern

Studiengangsleitung

Carmen Gähwiler, Leiterin CAS Migration und Bildung, Institut für Erziehungswissenschaft, Universität Bern