Bee@Home

Bee@Home - Studentische Projektinitiative zur Förderung der Nachhaltigen Entwicklung

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Nach drei Jahren Planung und Entwicklung ist es soweit: Die erste Version des einzigen Lehrmittels in der Schweiz, welches Nachhaltigkeit als Konzept einführt, ist frei zugänglich!

Bee@Home

Der Lehrplan21 ist auf eine Bildung für Nachhaltige Entwicklung ausgelegt. Und doch gibt es kein Lehrmittel, welches Nachhaltigkeit als Konzept behandelt. Bee@Home will diese Lücke schliessen und damit die Worthülle «Nachhaltigkeit» füllen. Nur wenn zukünftige Generationen fundiert über die jeweilige Verwendung des Wortes «nachhaltig» diskutieren können, ist ein aufgeklärtes Mitbestimmen über eine grosse Bandbreite von Themen möglich. 

Das Lehrmittel kann interdisziplinär an Schweizer Oberstufenschulen und Gymnasien gelehrt werden. Es orientiert sich am Lehrplan21 und an den Kompetenzen der Bildung für eine Nachhaltige Entwicklung. Vernetztes Denken und lösungsorientiertes Handeln stehen dabei im Vordergrund. Die SchülerInnen werden selbst zu Akteuren. Dank der Anbindung des Lehrmittels an ein wichtiges und weltweites Problem – das Bienensterben – können die SchülerInnen sogleich selbst verschiedene Lösungsansätze entwickeln, kritisch hinterfragen und schliesslich umsetzen.

Hintergründe zum Projekt

Bee@Home entstand aus einer studentischen Projektinitiative und wurde von der Universität Bern und dem Förderprogramm U-Change der Akademien der Wissenschaft Schweiz unterstützt. Die offizielle Projektdauer betrug drei Jahre und endete 2020. Das Lehrmittel wurde bereits mehrere Male mit grosser Begeisterung angewendet und durch die daraus erhaltenen Rückmeldungen laufend verbessert. Aufgrund der COVID-19 Pandemie konnten jedoch einige Tests erst verspätet durchgeführt werden, weshalb diese Rückmeldungen erst im Verlauf des Jahres 2021 eingearbeitet werden können. Die endgültige Version des Lehrmittels wird im Herbst 2021 erwartet.

Inhalte des Lehrmittels

Um die Worthülle «Nachhaltigkeit» zu füllen, lernen die SchülerInnen ein Konzept zur Beurteilung der Verwendung des Wortes «Nachhaltigkeit» kennen. Dieses wenden sie im Kleinen anhand verschiedener Zeitungsartikel an.

Um das Konzept zu vertiefen, werden die SchülerInnen interdisziplinär an die Wildbienenproblematik herangeführt: Im Fach Ethik, Religion und Gesellschaft lernen sie den Wert der BestäuberInnen aus verschiedenen Perspektiven kennen. Sowohl der Eigenwert eines Tieres wie auch der den Bienen vom Mensch gegebene Wert werden dabei diskutiert und hinterfragt. Da Nachhaltigkeit in politischen Prozessen definiert wurde, wird auch die Moral und Ethik der Definition kritisch hinterleuchtet.

Das Fach Natur und Technik dient schliesslich als Gefäss für die Anwendung der Konzepte. Zuerst wird aber die Wildbienenproblematik vertieft. Um die Bedürfnisse der Wildbienen kennenzulernen, werden die verschiedenen Arten der Wildbienen und ihre Lebensweisen im Klassenzimmer und auf dem Schulareal erforscht. Die Lebenswelt der Wildbienen wird von verschiedenen Akteuren und ihren Handlungen beeinflusst. In einem Ursache-Wirkungs-Modell lernen die SchülerInnen daher, welche Handlungen welche Auswirkungen für die Wildbienen haben. Sie entwickeln zudem selbst Lösungsansätze, welche mit dem Konzept zur Beurteilung der Nachhaltigkeit kritisch hinterfragt werden.

In einem letzten Schritt können sich die SchülerInnen in einem demokratischen Prozess für die Umsetzung eines Lösungsansatzes entscheiden. Dies kann der Bau eines Bienenhäuschens mit angehängten Kräuter, ein Dialog mit der Schulmensa zur Verwendung von mehr Bioprodukten, die wildbienenfreundliche Umgestaltung eines Areals oder auch eine eigene Idee sein.

Team

Marc Steinmann

Marc Steinemann studierte im Bachelor Geographie und Nachhaltige Entwicklung und ist zurzeit an seinem Master in Geographie an der Universität Bern. In seinen zwei Studienfächern lernte er immer wieder, wie es sein sollte, und wie es ist – eine immer grösser werdende Diskrepanz, gerade in der Ökologie! Um diesem Umstand entgegenzuwirken, engagiert er sich in verschiedenen Organisationen und ist eine treibende Kraft hinter der Erstellung des Lehrmittels. Das nötige Fachwissen für den Inhalt des Lehrmittels hat er dabei in seinem Studium erworben.

Philip Held

Philip Held studiert im Bachelor Psychologie und Pädagogik. Schon früh hat er sich für die Vermittlung von Wissen und für Umweltthemen interessiert. Bei der Erstellung des Lehrmittels «Bee@Home» kann er diese zwei Interessen verbinden. Trockener Frontalunterricht probiert er wo immer möglich zu umgehen. Stattdessen findet er kreative didaktische Vermittlungsmethoden. Seine kleine Schwester wird dabei regelmässig als Testperson beigezogen.

Imogen MacPherson

Die Gestaltung des Lehrmittels wäre nicht möglich gewesen, ohne die wertvollen Inputs und das kreative Engagement von Imogen MacPherson. Gekonnt hat sie die Inhalte des Lehrmittels und die ständigen Überarbeitungen in die vorliegende Form gebracht. Zusätzlich hat die studierte Architektin ETH mit ihrem konzeptuellen Wissen einen wertvollen Beitrag zum Bienenhaus und zum Aufbau des Lehrmittels geliefert.

Dr. Dr. Ann Krispenz

Ann Krispenz bietet seit 2017 interdisziplinäre Seminare zum Thema «Nachhaltigkeit» an der Universität Bern an. Ihr Interessenschwerpunkt liegt dabei im Bereich «Nachhaltige Bildung». Philip Held und Marc Steinemann haben sich an einem von Dr. Dr. Ann Krispenz geleiteten Seminar kennengelernt. Als Mentorin des Projekts stand sie stets mit Rat und Tat zur Seite. Ihrer motivierenden Art ist es zu verdanken, dass das Projekt gestartet wurde.